WEINE MIT SIEGEL - Typisch. Authentisch. Autochthon.

Zierfandler


Kühle Jahre:
 
Apfel, Birne
Melone, Passionsfrucht
Warme Jahre:
Quitte, Mango
Bienenhonig, Nelke

Weisser der Habsburger

Der Zierfandler, auch Spätrot genannt, ist eine Rarität des österreichischen Weinbaugebiets Thermenregion. Die autochthone Weissweinsorte wird fast ausschliesslich zwischen der Stadt Wien und dem Kurort Baden kultiviert. Die Anbaufläche beträgt lediglich 85 Hektar oder 0,2% des gesamten Weinbaus in Österreich, und sie geht immer weiter zurück. Das war vor 150 Jahren ganz anders: Die Habsburger schätzten den Zierfandli als hochwertigen Weisswein, und er wurde vom Adel im ganzen (damals um ein Vielfaches grösseren) Kaiserreich getrunken.  
Entstanden ist der Zierfandler durch eine natürliche Kreuzung zwischen dem Roten Veltliner und einer Traminer ähnlichen Rebsorte. Er liebt kalkreichen Boden und trockenes, warmes und sonnenreiches Klima. Die Sorte hat von Natur aus eine hohe Säure und kann in den Trauben viel Zucker einlagern, was sich in einem hohen Alkoholgehalt auswirkt. Das führt häufig zu Restsüsse und macht den Zierfandler im Keller schwierig.
Auf den jungen Wein wirken so viele Kräfte ein, dass für deren Balancierung einiges an Zeit erforderlich ist. Antrinken ist somit erst nach zwei bis drei Jahren zu empfehlen, dann aber überzeugt der Zierfandler durch Frische und Komplexität. Als Besonderheit zeigen sich in den Aromen grosse Unterschiede zwischen kühlen und warmen Jahren.